{"id":21426,"date":"2022-06-14T10:50:28","date_gmt":"2022-06-14T08:50:28","guid":{"rendered":"https:\/\/ilh-giessen.de\/?p=21426"},"modified":"2022-06-17T10:51:50","modified_gmt":"2022-06-17T08:51:50","slug":"ausgezeichnete-leistungen-dzl-wissenschaftlerinnen-und-wissenschaftler-erhalten-preise-im-rahmen-des-62-dgp-kongresses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/news\/ausgezeichnete-leistungen-dzl-wissenschaftlerinnen-und-wissenschaftler-erhalten-preise-im-rahmen-des-62-dgp-kongresses\/","title":{"rendered":"Ausgezeichnete Leistungen: DZL-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten Preise im Rahmen des 62. DGP-Kongresses"},"content":{"rendered":"<p>Vom 25.-28. Mai 2022 pr\u00e4sentierte sich das DZL mit Informationsstand, Vortr\u00e4gen, Postern und weiteren Aktionen beim 62. Kongress der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) in Leipzig. Am DZL-Infostand wurden auch die Angebote des eng mit dem DZL kooperierenden <a href=\"https:\/\/www.lungeninformationsdienst.de\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lungeninformationsdienstes (LID)<\/a> vorgestellt. Zahlreiche Wissenschaftler aus den Reihen des DZL erhielten Preise. Dar\u00fcber hinaus gab es eine zahlreiche Beteiligung von DZL-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Vortr\u00e4gen und Postern. Zudem wurde ein eigener DZL-Vortrag zum Thema Translationale Forschung gehalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DZL-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten Preise im Rahmen des 62. DGP-Kongresses <\/strong><\/p>\n<p>Der mit 10.000 Euro dotierte Forschungspreis der DGP f\u00fcr die beste grundlagenwissenschaftliche Arbeit geht in diesem Jahr an DZL-Nachwuchswissenschaftlerin Marija Gredic von der Justus-Liebig-Universit\u00e4t in Gie\u00dfen (Standort UGMLC).\u00a0Sie hat neue Erkenntnisse zur Entstehung und m\u00f6glichen Behandlung des Lungenhochdrucks bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) gewonnen.<\/p>\n<p>Der ebenfalls mit 10.000 Euro dotierte DGP-Forschungspreis f\u00fcr die klinische Forschung geht an die dreik\u00f6pfige Forschergruppe um DZL-Wissenschaftler Dr. Sebastian Marwitz (ARCN) und Maja Reimann vom Forschungszentrum Borstel sowie Professor Jan Heyckendorf von der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel. Sie haben einen Algorithmus entwickelt, der mit hoher Genauigkeit das Ende einer Tuberkulose-Therapie anzeigen kann.<\/p>\n<p>\u201eDie Siegerarbeiten zeichnen sich beide durch ihre hohe Relevanz f\u00fcr Forschung und klinischen Alltag aus\u201c, sagt Professor Wolfram Windisch, stellvertretender DGP-Pr\u00e4sident und Sprecher der Jury. Beide Preise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert und wurden im feierlichen Rahmen der Er\u00f6ffnungsveranstaltung \u00fcberreicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-36734\" src=\"https:\/\/dzl.de\/wp-content\/uploads\/2022\/06\/newsimage365146-300x150.png\" alt=\"\" width=\"366\" height=\"183\" \/><\/p>\n<h6>Preistr\u00e4ger der DGP Forschungspreise 2022: Marija Gredic - Prof. Jan Heyckendorf - Dr. Sebastian Marwitz - Maja Reimann - - privat - Medizinische Klinik Borstel - privat - privat<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>DGP-Preis f\u00fcr Grundlagenforschung geht an DZL-Wissenschaftlerin Marija Gredic (UGMLC)<\/strong><\/p>\n<p>Die 30-j\u00e4hrige DZL-Nachwuchswissenschaftlerin Marija Gredic, hat bei Labor-Untersuchungen in pr\u00e4klinischen Modellen an M\u00e4usen sowie in menschlichem Lungengewebe herausgefunden, wie ein Schutz vor chronisch erh\u00f6htem Blutdruck im Lungenkreislauf \u2013 wie er bei COPD entstehen kann \u2013 m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Gredic forscht in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Norbert Wei\u00dfmann, die am Cardio-Pulmonary Institute und dem Deutschen Zentrum f\u00fcr Lungenforschung in Gie\u00dfen (Standort UGMLC) angesiedelt ist. Sie hat ihre Arbeit im Rahmen des Projekts des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gef\u00f6rderten Sonderforschungsbereichs (SFB) \u201ePulmonale Hypertonie und Corpulmonale\u201c an der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen (JLU) durchgef\u00fchrt und in der international hochangesehenen Zeitschrift \u201eEuropean Respiratory Journal\u201c ver\u00f6ffentlich.<\/p>\n<p>\u201eDiese Arbeit sticht durch ihre sorgf\u00e4ltige mechanistisch orientierte Konzeption und Darstellung heraus. Das Ergebnis ist von klinischer Bedeutung\u201c, sagt Jury-Sprecher Windisch, Chefarzt der Lungenklinik K\u00f6ln-Merheim, Kliniken der Stadt K\u00f6ln, sowie Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Pneumologie an der Universit\u00e4t Witten\/Herdecke. COPD ist die dritth\u00e4ufigste Todesursache weltweit. Im Modell wird die Erkrankung durch Tabakrauch, der hier auch stellvertretend f\u00fcr die zunehmende Luftverschmutzung ist, ausgel\u00f6st. Konkret war der Schutz durch eine Genver\u00e4nderung m\u00f6glich: \u201eUnsere Forschung hat gezeigt, dass M\u00e4use mit der Inaktivierung eines bestimmten Enzyms in speziellen Blutzellen vor Lungenhochdruck gesch\u00fctzt sind\u201c, sagt Gredic. Lungenhochdruck kann bei Menschen zu eingeschr\u00e4nkter Leistungsf\u00e4higkeit, Atemnot und letztendlich zu Herzversagen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Bei ihren Untersuchungen hat Gredic festgestellt, dass vor allem das Enzym Stickstoffmonoxid-Synthase in speziellen Immunzellen f\u00fcr den Lungenhochdruck relevant sein k\u00f6nnte. Im menschlichen Organismus kommt dieses Enzym in drei bekannten Varianten vor. Gredic konnte in ihren Modellen zeigen, dass eine davon in sogenannten Makrophagen, einer Gruppe von wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen, die Erkrankung ausl\u00f6st. Diese Zellen sind ein Teil des angeborenen Immunsystems und sch\u00fctzen den K\u00f6rper eigentlich vor Krankheitskeimen. Gredic erl\u00e4utert: \u201eWir m\u00fcssen hier allerdings noch verschiedene Erscheinungsbilder dieser Immunzellen unterscheiden. Beim Rauchen sind wahrscheinlich die sogenannten M2-Makrophagen f\u00fcr den Gef\u00e4\u00dfumbau in der Lunge verantwortlich. Wir glauben, dass die Verbindungen zwischen diesen ganz bestimmten wei\u00dfen Blutk\u00f6rperchen und den Muskelzellen der Lungenarterien eine entscheidende Rolle spielen.\u201c Dies k\u00f6nnten m\u00f6gliche Zielzellen zur Entwicklung neuer Therapiekonzepte bei der zuk\u00fcnftigen Behandlung des Lungenhochdrucks in der COPD sein. \u201eEs gilt, diesen Sachverhalt jetzt weiter zu untersuchen und die \u00dcbertragbarkeit der pr\u00e4klinischen Daten auf den Menschen weiter zu pr\u00fcfen\u201c, sagt Marija Gredic.<\/p>\n<p>F\u00fcr Prof. Dr. Werner Seeger, Sprecher des Deutschen Zentrums f\u00fcr Lungenforschung in Gie\u00dfen, und Prof. Dr. Dr. Friedrich Grimminger, Sprecher des Universities of Giessen and Marburg Lung Center, ist dieser Nachwuchspreis Ausdruck der exzellenten Nachwuchsf\u00f6rderung im Bereich der Lungenforschung am Standort Gie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wissenschaftler finden neuen Algorithmus f\u00fcr Tuberkulose-Therapie<\/strong><\/p>\n<p>Die 32-j\u00e4hrige Maja Reimann und der 37-j\u00e4hrige Dr. Sebastian Marwitz vom Forschungszentrum Borstel (Leibniz Lungenzentrum) sowie der 40-j\u00e4hrige Professor Jan Heyckendorf von der Christian-Albrechts-Universit\u00e4t zu Kiel haben zusammen an der Fragestellung gearbeitet, wie bei der Behandlung einer multiresistenten Tuberkulose das Ende der Therapie und somit auch das Therapieansprechen vorhergesagt werden k\u00f6nnte. Mit ihren Erkenntnissen ist es zuk\u00fcnftig m\u00f6glich, dass bei Patienten mit arzneimittelempfindlicher und multiresistenter Tuberkulose die Therapiedauer ganz individuell veranschlagt wird. Noch empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO eine standardisierte Behandlungsdauer f\u00fcr diese Tuberkulose-Patienten. Und das ist mit hohen Kosten sowie einem hohen Risiko f\u00fcr Nebenwirkungen bei der Behandlung verbunden.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich fanden die Forschenden im Rahmen einer Untersuchung von Blutproben eine Signatur aus 22 Genen, die den Therapieverlauf besser vorhersagt als das Standardmodell. \u201cMit der patientenbasierten RNA, also der Ribonukleins\u00e4ure aus 22 Genen, konnten wir einen neuen Algorithmus entwickeln sowie validieren. Und dieser ist in der retrospektiven Analyse in der Lage, mit hoher Genauigkeit das Therapieende anzuzeigen und ein Therapieansprechen zu reflektieren\u201c, sagt Sebastian Marwitz. Im Rahmen der\u00a0Studie untersuchten die Forschenden Biomaterialien und klinische Daten von mehr als\u00a0200 Patienten und Patientinnen. Sie errechneten, dass sich die\u00a0Therapie durch ihren Algorithmus um viele Wochen verk\u00fcrzen lie\u00dfe.\u00a0\u201eDiese ausgezeichnete Forschungsarbeit wurde bereits hochrangig publiziert und k\u00f6nnte besonders im klinischen Einsatz weiter an Relevanz gewinnen\u201c, hei\u00dft es in der Begr\u00fcndung von Jury-Sprecher Wolfram Windisch. Eine prospektive Studie soll die Ergebnisse nun validieren. Die Preistr\u00e4ger heben hervor, dass durch ihre Forschung auch eine exzellente Kooperation zwischen dem Deutschen Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung (DZIF) und dem DZL zustande gekommen sei. Sie konnten die Ergebnisse ihrer Arbeit bereits im Vorjahr im\u00a0<em><a href=\"https:\/\/erj.ersjournals.com\/content\/58\/3\/2003492.long\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">European Respiratory Journal<\/a>\u00a0<\/em>ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Neben den Forschungspreisen der DGP wurden im Rahmen eines Symposiums zahlreiche weitere Preise vergeben.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nachwuchswissenschaftler Fabian Schramm gewinnt DGP-Posterpreis<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den diesj\u00e4hrigen Posterpreis der DGP musste die Jury aus vier Nominierungen von \u00fcber 300 Einreichungen den Preistr\u00e4ger w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Dabei wurde der Gie\u00dfener DZL-Nachwuchswissenschaftler Fabian Schramm mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Die pneumologische Fachgesellschaft w\u00fcrdigte seine Arbeit mit dem Titel \u201eCellular activities of factor XII in lung fibrosis\u201c mit dem ersten Platz unter allen Einreichungen des\u00a062. Pneumologiekongresses der DGP. Fabian Schramm forscht\u00a0am DZL-Standort Gie\u00dfen\u00a0im Center for Infection and Genomics of the Lung (CIGL) der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Malgorzata Wygrecka an diffus-parenchymat\u00f6sen und entz\u00fcndlichen Lungenerkrankungen.<\/p>\n<p>Den dritten Platz belegte DZL-Nachwuchswissenschaftler Ben Ole Staar vom Standort Hannover (BREATH). Er besch\u00e4ftigte sich mit der Korrelation von Genotyp, Ph\u00e4notyp und Ultrastruktur bei Erwachsenen mit klinischem Verdacht auf Prim\u00e4re Cili\u00e4re Dyskenisie (PCD) und inklonklusiver Genetik.<\/p>\n<p>Weiterhin erfolgte die Verleihung der <a href=\"https:\/\/www.lungenstiftung.de\/blog\/69-dissertationspreis-pneumologie-2022-verliehen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Dissertationspreise Pneumologie 2022 der Deutschen Lungenstiftung e. V.<\/strong><\/a> So erhielt die DZL-Nachwuchsforscherin Gizem G\u00fcnsel G\u00fcnes vom M\u00fcnchner DZL-Standort CPC-M f\u00fcr Ihre Arbeit \u201eRole of PRMT7 in the recruitment of monocyte-derived macrophages into lung tissue and COPD pathogenesis\u201c den Dissertationspreis im Bereich grundlagenorientierte Wissenschaft. Der Dissertationspreis f\u00fcr die beste experimentelle Arbeit wurde an DZL-Nachwuchswissenschaftler Dr. med. Jannik Ruwisch vom Standort Hannover (BREATH) f\u00fcr seine Arbeit \u201eLung mechanics and beyond \u2013 cholesterol related pulmonary remodelling in aging SP-C deficient mice\u201c verliehen. Beide erhalten ein Preisgeld von jeweils 1.500 Euro und durften ihre Arbeiten im Rahmen des Kongresses vor gro\u00dfem Publikum pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Preisverleihung wurde zudem der <a href=\"https:\/\/www.rene-baumgart-stiftung.de\/stiftung.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Forschungspreis der Ren\u00e9-Baumgart-Stiftung<\/strong><\/a> verliehen, der ebenfalls an einen DZL-Forscher geht. Prakash Chelladurai, Wissenschaftler am CIGL \u2013 Center f\u00fcr Infection and Genomics of the Lung der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen und dem Max-Planck-Institut Bad Nauheim (DZL-Standort UGMLC) wurde f\u00fcr seine Arbeit \u201eEpigenetic reactivation of transcriptional programs orchestrating fetal lung development in human pulmonary hypertension\u201c ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.<\/p>\n<p>Auch auf dem <strong>DGP-Science Slam<\/strong> war das DZL vertreten. Medizinstudentin Mich\u00e9le Eberling belegte mit der Pr\u00e4sentation ihrer Arbeit zu pulmonaler Hypertonie (PH) bei Kindern den zweiten Platz. Bei dem innovativen Format erhalten junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die M\u00f6glichkeit, in einem 8-min\u00fctigen Vortrag ihr Forschungsthema auf kreative und zug\u00e4ngliche Art zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.pneumologie.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DGP-Kongresswebsite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 25.-28. Mai 2022 pr\u00e4sentierte sich das DZL mit Informationsstand, Vortr\u00e4gen, Postern und weiteren Aktionen beim 62. Kongress der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) in Leipzig.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":21430,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Vom 25.-28. 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