{"id":21416,"date":"2022-05-20T10:48:22","date_gmt":"2022-05-20T08:48:22","guid":{"rendered":"https:\/\/ilh-giessen.de\/?p=21416"},"modified":"2022-06-17T10:49:53","modified_gmt":"2022-06-17T08:49:53","slug":"10-jahre-dzg-tempomacher-in-der-gesundheitsforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/news\/10-jahre-dzg-tempomacher-in-der-gesundheitsforschung\/","title":{"rendered":"10 Jahre DZG: \"Tempomacher in der Gesundheitsforschung\""},"content":{"rendered":"<p><strong>Vier von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) feierten gestern mit einem Festakt in Berlin und rund 300 G\u00e4sten aus Politik und Wissenschaft ihren zehnten Geburtstag. Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger, die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn, der Berliner Gesundheitsstaatssekret\u00e4r Dr. Thomas G\u00f6tz, die ehemalige Bundesforschungsministerin Annette Schavan, Prof. Christian Drosten sowie BioNTech-Mitbegr\u00fcnderin und -Medizinvorst\u00e4ndin Prof. \u00d6zlem T\u00fcreci gratulierten auf der Veranstaltung und digital.<\/strong><\/p>\n<p>Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger gratulierte den DZG mit einer Gru\u00dfbotschaft zum 10-j\u00e4hrigen Bestehen: \u201eDie Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung leisten seit zehn Jahren wertvolle Arbeit im Kampf gegen Volkskrankheiten wie Krebs. Sie b\u00fcndeln die Forschung und sorgen daf\u00fcr, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu Pr\u00e4vention, Diagnose und Therapien schnell den Patientinnen und Patienten zugutekommen. Dabei wirken Grundlagenforschung und klinische Forschung ganz selbstverst\u00e4ndlich und eng zusammen. Somit sind die Zentren Tempomacher in der Gesundheitsforschung.\u201c<\/p>\n<p>In Deutschland erkranken jedes Jahr rund eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Fast 1,8 Millionen F\u00e4lle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen m\u00fcssen pro Jahr im Krankenhaus behandelt werden. Statistisch gesehen, verstirbt in Deutschland alle vier Minuten ein Mensch in Folge einer Lungenerkrankung. Und die Tragweite von Infektionskrankheiten wurde in Deutschland mit bislang mehr als 25 Millionen COVID-19-Infizierten und fast 140.000 Todesf\u00e4llen deutlich. Mit einer immer \u00e4lter werdenden Bev\u00f6lkerung und der globalen Mobilit\u00e4t und Vernetzung der Menschheit nimmt die Belastung des Gesundheitssystems durch Volkskrankheiten immer weiter zu.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssen Ergebnisse aus der Forschung schnell bei den Menschen ankommen. Mit diesem Auftrag widmen sich die DZG Herz-Kreislauf-Krankheiten, Lungenerkrankungen, Krebs, Infektionserkrankungen, Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen. Sie wurden auf Initiative des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gegr\u00fcndet, um den Volkskrankheiten, also besonders h\u00e4ufigen Krankheiten, die Stirn zu bieten. Vier von sechs DZG feiern in diesem Jahr Jubil\u00e4um: Deutsches Konsortium f\u00fcr Translationale Krebsforschung (DKTK), Deutsches Zentrum f\u00fcr Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Deutsches Zentrum f\u00fcr Lungenforschung (DZL) und Deutsches Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung (DZIF).<\/p>\n<p>Auch die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn begl\u00fcckw\u00fcnschte die DZG mit einer Gru\u00dfbotschaft: \u201eDie Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, Forschungsergebnisse schnell und interdisziplin\u00e4r in die klinische Praxis zu bringen. Das gilt auch f\u00fcr die sogenannten Volkskrankheiten, die viel Leid mit sich bringen und eine enorme gesundheits\u00f6konomische Bedeutung haben. Die DZG tragen entscheidend dazu bei, dass Ergebnisse aus der Grundlagenforschung schneller in Pr\u00e4vention, Diagnose und Therapie umgesetzt werden und so den Menschen zugutekommen. Herzlichen Dank f\u00fcr diese Arbeit und alles Gute zum Jubil\u00e4um!\u201c<\/p>\n<p>Der Berliner Staatssekret\u00e4r f\u00fcr Gesundheit und Pflege, Dr. Thomas G\u00f6tz, sagte auf der Jubil\u00e4umsveranstaltung in Berlin: \u201eDie Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung haben von Beginn an schnell das Vertrauen der Forschungslandschaft in das neue Netzwerkmodell, in die wissenschaftlichen Ans\u00e4tze, in die Zusammenarbeit und Ihre Strukturen gewonnen. Heute k\u00f6nnen wir sagen: Die DZG sind nicht nur exzellente Forschungsnetzwerkentit\u00e4ten. Es ist auch gelungen, die f\u00fchrenden K\u00f6pfe aus den jeweiligen Fachbereichen hinter der Idee der DZG zu vereinen \u2013 auch wegen des immensen Translationspotenzials, das sie birgt.\u201c<\/p>\n<p>Prof. Dr. Werner Seeger, gegenw\u00e4rtiger Sprecher der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung und Vorstandsvorsitzender DZL: \u201eDie DZG setzen da an, wo vielversprechende Forschungsergebnisse leider noch viel zu h\u00e4ufig stecken bleiben: zwischen Labor und Krankenbett. Diese Phasen der Forschung sind aufwendig, teuer und h\u00e4ufig von R\u00fcckschl\u00e4gen gepr\u00e4gt. Sie bringen oftmals keinen schnellen wissenschaftlichen Ruhm ein und werden auch als \u201aTal des Todes\u2018 bezeichnet. In den letzten zehn Jahren konnten die DZG vielfach Br\u00fccken \u00fcber dieses Tal schlagen, damit Forschung bei den Menschen ankommt.\u201c<\/p>\n<p>2020 wurden das erste Medikament f\u00fcr chronische Hepatitis D und eine neue Herzklappentechnologie in Europa zugelassen. Neue Medikamente zur Behandlung verschiedener Formen des Lungenhochdrucks und bessere individualisierte Krebstherapien sind ebenfalls Erfolge, an denen Wissenschaftler der DZG f\u00fchrend beteiligt sind. Die Beispiele zeigen, wie es gelingt, Grundlagenforschung und klinische Forschung so zu verbinden, dass f\u00fcr Patientinnen und Patienten verbesserte Diagnosem\u00f6glichkeiten und Therapien zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>In Zukunft wollen die einzelnen Zentren die Zusammenarbeit verst\u00e4rken, so Seeger. \u201eUnser Ziel ist es, dass die DZG in der Forschung n\u00e4her zusammenr\u00fccken, um Synergiepotentiale noch besser zu nutzen.\u201c Ein gro\u00dfer Schritt in diese Richtung ist der DZG Innovation Fund, ein von allen DZG getragenes Forschungsf\u00f6rderprogramm, das im Jahr 2022 erstmalig ausgeschrieben wird. Dar\u00fcber hinaus arbeiten die DZG kontinuierlich weiter daran, ihre Nachwuchswissenschaftler intensiv beim Spagat zwischen Klinik und Forschung zu unterst\u00fctzen und ihre Forschungsdaten und Bioproben auf der Grundlage gemeinsamer Standards auszutauschen.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Christian Drosten, Wissenschaftler im Deutschen Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung sagte im Interview, die Translationsl\u00fccke sei die eigentliche Herausforderung. Diese zu schlie\u00dfen koste viel Geld und brauche einen langen Atem. Er w\u00fcnschte sich aus der Politik Kontinuit\u00e4t und betonte, dass die Kommunikation zwischen Wissenschaft und Politik zu einem dauerhaften Prozess werden m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Prof. Dr. \u00d6zlem T\u00fcreci, BioNTech\/Deutsches Konsortium f\u00fcr Translationale Krebsforschung\/HI-TRON sagte: \u201eDer heutige Festakt w\u00fcrdigt die Leistungen der DZG zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Deutschland. Dieses Engagement hat dazu beigetragen, dass Innovation schnell beim Patienten ankommen. Je besser unser Land sich heute durch komplement\u00e4re Strukturen aufstellt, um Translation, also den effizienten Br\u00fcckenschlag von Forschung zur Anwendung zu f\u00f6rdern, desto robuster sind wir f\u00fcr die Medizin von morgen aufgestellt.\u201c<\/p>\n<p>Dr. h.c. mult. Annette Schavan, unter deren Leitung das BMBF die Gr\u00fcndung der sechs Zentren zwischen 2009 und 2012 initiiert hatte, erinnerte an die Anf\u00e4nge und betonte nun: \u201eEurop\u00e4ische Allianzen sind wichtig, zumal die Problemlage bei den Volkskrankheiten in den L\u00e4ndern Europas vergleichbar ist. Erste Allianzen sind entstanden. Europa sollte den Ehrgeiz haben, der Kontinent mit der besten F\u00f6rderung von Talenten in der Forschung zu sein.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG)<br \/>\n<\/strong>Ziel der sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) ist es, besonders h\u00e4ufige Krankheiten \u2013 die Volkskrankheiten \u2013 wirksamer zu bek\u00e4mpfen. Mehrere tausend Grundlagenforscher, klinische Forscher und \u00c4rzte arbeiten im gr\u00f6\u00dften Gesundheitsforschungs-Netzwerk Deutschlands daran, den medizinischen Fortschritt schneller zu den Patientinnen und Patienten zu bringen. Sie suchen nach Wegen, die Vorsorge, Diagnose und Behandlung der gro\u00dfen Volkskrankheiten Krebs, Demenz, Diabetes, Infektionen, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen zu verbessern \u2013 \u00fcber Forschungsdisziplinen und Organisationen hinweg. 90 au\u00dferuniversit\u00e4re und universit\u00e4re Partnereinrichtungen in 37 St\u00e4dten geh\u00f6ren zu den DZG.<\/p>\n<p>Die Zentren wurden in den Jahren 2009 bis 2012 auf Initiative des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) ins Leben gerufenen. Der Bund und 13 Bundesl\u00e4nder f\u00f6rdern die DZG j\u00e4hrlich mit rund 270 Millionen Euro. Der Schwerpunkt aller DZG liegt auf der Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis.<\/p>\n<p><strong>Die sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung sind:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Deutsches Konsortium f\u00fcr Translationale Krebsforschung (DKTK)<\/li>\n<li>Deutsches Zentrum f\u00fcr Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)<\/li>\n<li>Deutsches Zentrum f\u00fcr Infektionsforschung (DZIF)<\/li>\n<li>Deutsches Zentrum f\u00fcr Lungenforschung (DZL)<\/li>\n<li>Deutsches Zentrum f\u00fcr Diabetesforschung (DZD)<\/li>\n<li>Deutsches Zentrum f\u00fcr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zwei weitere Zentren f\u00fcr Kinder- und Jugendmedizin und f\u00fcr Psychische Gesundheit sind in Planung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vier von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) feierten gestern mit einem Festakt in Berlin und rund 300 G\u00e4sten aus Politik und Wissenschaft ihren zehnten Geburtstag.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":21420,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"Vier von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) feierten gestern mit einem Festakt in Berlin und rund 300 G\u00e4sten aus Politik und Wissenschaft ihren zehnten Geburtstag.","_seopress_robots_index":"yes","_seopress_analysis_target_kw":"","footnotes":""},"categories":[28],"tags":[],"class_list":["post-21416","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21416","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21416"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21416\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21424,"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21416\/revisions\/21424"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21420"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21416"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21416"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ilh-giessen.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21416"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}